Bewegung ist ein Zeichen von Lebendigkeit. Leben ist Bewegung und Bewegung ist Leben. Was ist innere und was ist äußere Bewegung? Wie ist da der Unterschied oder was ist da überhaupt der Unterschied? Und wie entsteht das Leben, wenn da keine Bewegung ist?
Hallo, herzlich willkommen! Mein Name ist Tanja Mayer von „Verbundenheit erleben“. In meinem Podcast, den ihr hier findet auf meinem Kanal, geht es genau genommen immer um Bewegung. Bewegung im Nervensystem, Bewegung in der somatischen Achtsamkeit, Bewegung bei den Ki-Übungen, Bewegung in der Meditation. Ohne Bewegung findet das alles nicht statt. So ist das ein ganz spannendes Thema, Bewegung.
Wenn wir entstehen, ja, im Uterus, in der Gebärmutter, schon natürlich am ganz am Anfang, wenn sich die Samenzelle und die Eizelle finden. Ohne Bewegung, wenn eine von beiden nicht in die Bewegung kommt, finden die beiden sich gar nicht und die Befruchtung kann gar nicht stattfinden. Also, das ist schon der Anfang.
Und wenn wir noch in die andere Ebene gehen, bevor überhaupt etwas Materielles da ist, sind da auch Frequenzen, Energien. Energien sind ja Frequenzen, die Informationen haben, in irgendeiner Weise ist eine Bewegung da, die signalisiert, dass hier Leben entstehen darf und kann.
Und wenn wir dann weiter schauen, wie es weitergeht im Uterus, in der Gebärmutter, wenn sich dann die ganzen Organe und das Nervensystem zum Beispiel, ganz am Anfang – ja, das Nervensystem ist das erste Organ, was sich bildet im Uterus. Das ist unser Grundstock. Und das, was es dann umgibt, mit der Cerebralflüssigkeit, die später aus dieser ersten Flüssigkeit, die das Nervensystem ganz am Anfang in seiner Grundentstehung umhüllt, das ist alles in Bewegung. Jede neue Bewegung erschafft neue Zellen und aus den neuen Zellen, mit der Bewegung, werden andere Strukturen, Organe und so weiter, gebildet.
Ohne Bewegung würde da ein Stillstand sein und kein Leben mehr. Bewegung ist einfach ein Indikator dafür, dass Leben da ist.
Das erste Mal, wenn die Mutter das erste Mal spürt, dass das Ungeborene sich im Mutterleib bewegt, das ist ja oft ein besonderer Moment, zumindest wird er immer so dargestellt. Ich selbst bin nicht Mutter, aber so wird es dargestellt. Wer von euch Mutter ist, der kann dann noch einmal hineinblicken, wie das so war, das erste Mal, das Ungeborene zu spüren, weil es sich bewegt hat. Das ist auch ein Indiz dafür, dass dein Leben da ist, dass da etwas Lebendiges, ein Wesen, heranwächst.
Und auch in der Natur, egal wo wir hinschauen, selbst ein Bakterium braucht Bewegung, sonst ist es nicht am Leben. So ein Thema, das uns in seiner Gänze umhüllt, alles umfasst, und etwas ganz Besonderes ist: Im Anfang des Lebens, bei der Geburt, ist der erste Atemzug.
Wir sind uns oft gar nicht mehr bewusst, dass der Atem eine Grundbewegung ist, die uns abläuft. Es läuft, weil es so gesteuert wird. Es wird gesteuert vom autonomen Nervensystem. Wie wir atmen, es wird gesteuert, wie viel wir atmen, wann wir einatmen. Das Ausatmen, das können wir noch gut selbst kontrollieren. Das Einatmen geschieht automatisch, wenn das autonome Nervensystem über Rezeptoren die Signale bekommt, den Reflex des Einatmens auszulösen. Und so ist der erste Atemzug ein Reflex und ein Zeichen dafür, dass es losgeht, das neue Leben, das auf diese Welt kommt, in Bewegung.
Bewegung in jedem Augenblick der Entwicklung ist da. Und wir wachsen durch Bewegung. Und das ist so ein schönes Bild auch für mich, wenn ich das betrachte, wenn ich auch zurückschaue. So, dass wenn ich zurückschaue auf mein Leben, wo war immer Bewegung? Und wo hat es sich plötzlich angefühlt, dass keine Bewegung mehr da war?
Und auch da lohnt es sich, auch mal hinzuschauen und nachzuspüren und zu schauen, wo war in meinem Leben wenig Bewegung, bis gar keine Bewegung mehr? Und wie war dann das Leben für mich? Als Traumaüberlebende, Traumabetroffene, kann ich da sehr gut noch mal hineinblicken und sehen, das sind die Überlebensimpulse, wo das Nervensystem einfach reagiert und dann in Kampfhaltung uns bringen lässt, von der körperlichen Reaktion oder in Fluchtreaktionen, und auch andere Reaktionen.
Da gibt es auch diese Reaktion der Erstarrung. Wir kennen das alle, auch wenn wir nicht traumatisiert sind, weil das Stressreaktionen sind. Und in dem Moment der Erstarrung, da fühlt es sich zuerst an, als wenn keine Bewegung da ist, aber das täuscht. Unter der Erstarrung, ist etwas. Wir werden ausgebremst, plötzlich, und unter diesem, unter dieser Bremse liegt eine ganze Menge Bewegung, die aber aufgehalten wird. Hast du das Sinnbild oder dieses Bild mit dieser Bremse? Das ist, wo man sozusagen Gas gibt und gleichzeitig auf die Bremse tritt. So kann man sich Erstarrung vorstellen. Also da ist eine Menge Bewegung, die nicht zum Zuge kommt. Und natürlich kann man sich dann vorstellen, wenn die Erstarrung sich dann löst, dann will diese Bewegung natürlich auch raus.
Und dann zeigen wir wieder körperliche Reaktionen, die Bewegungen sind, wenn wir aus der Erstarrung herauskommen. Natürliche Stressreaktionen, wo wir durchlaufen, wenn wir Situationen erleben oder Geschehnisse oder auch einfach, weil wir vielleicht gar nicht mal einordnen können, dass es Stressbelastungen sind. Bei der Arbeit, in der Familie, auch da durchlaufen wir diese ganzen Bewegungskurven, Stresskurven.
Und Bewegung ist entweder ganz viel da oder ganz wenig da, wird ausgebremst und ist plötzlich auch gar nicht mehr da. Das wäre dann zum Beispiel bei einem Kollaps oder bei einer tiefen Depression. Und das ist vielleicht hier noch mal ganz gut nachvollziehbar, bei einer Depression oder wenn wir wirklich in so einen tiefen Kollaps fallen, wo wir gar keine Bewegung mehr spüren, keinen Antrieb mehr haben, uns ohnmächtig fühlen. Dann gehen wir schon in die Richtung einer Traumatisierung, wobei man da natürlich auch differenzieren sollte, nur von dem Sinnbild der Bewegung her.
Trauma kann man auch so definieren, dass es gebundene Energie im Körper gibt. Energie, die nicht zum Ausdruck kommen konnte. Bewegungsenergie. Wenn wir zum Beispiel fliehen wollten und wir konnten nicht fliehen, weil wir in dieser Situation bleiben mussten oder weil wir durch irgendwelche Umstände einfach nicht wegkonnten, festgehalten wurden, oder irgendwelche anderen Hindernisse da waren, wo wir eben nicht fliehen konnten, dann bleibt diese Energie, diese Fluchtbewegung, als Energie in unserem Körper gebunden. Und sucht natürlich Zeitlebens dann nach der Möglichkeit, in Bewegung zu kommen und drückt sich auch in verschiedenen Weisen über unseren Körper dann auch aus, weil diese Bewegung stattfinden möchte.
Das Gute ist, dass wir unseren Körper, unserem Nervensystem helfen können, unterstützen können, um diese Bewegung auch wieder freizusetzen. Entweder mithilfe einer zweiten Person oder auch selbst durch Übungen. So, das ist natürlich auch wieder differenziert zu betrachten. Aber so der Kern, das Herzstück des Themas ist, dass es darum geht, dass das, was in Bewegung kommen möchte, dass man das unterstützt, in eine Bewegung zu kommen. Denn jeder, der schon mal erlebt hat, wie es sich anfühlt, in einer Bewegungslosigkeit zu sein, aber eine große innere Unruhe zu spüren, der weiß, wie dieser Wunsch, diese Sehnsucht, dieser Drang in einem ist, dass da etwas in Bewegung kommen darf, kann, soll, das man tief in sich spürt.
Zum einen haben wir da Elemente, ja, das Nervensystem in seiner Stressregulation zu unterstützen, zum Beispiel mit den S-O-S-Übungen, den somatisch-orientierten-Sicherheitsübungen. Aber dann auch andere Regulierungsübungen, die das Nervensystem und den Körper unterstützen. Und dann muss man mal schauen, wie viel geht, wie viel kann man auch leisten für sich, wie viel Energie kann man auch aufbringen, um sein Nervensystem und seinen Körper dabei zu unterstützen, und was ist am besten für jeden einzelnen geeignet.
Ich sage das deswegen, denn so eine gebundene Energie im Körper, die zerrt auch Energie. Manchmal sind wir so zwiespältig. Wir spüren: Wow, ich sollte eigentlich einen Spaziergang machen, aber gleichzeitig habe ich nicht mal die Energie, mir meine Hosen, mein Hemd anzuziehen, um herauszugehen. So, dann braucht es ja andere Schritte, die einem helfen, das Nervensystem und den Körper zu unterstützen, die Energie zu finden, hineinzufinden in der Energie.
Dabei finde ich die S-O-S-Übungen wirklich perfekt, weil sie etwas sind, die kann ich im Liegen machen, im Sitzen. Ich kann sie beim Laufen, beim Gehen machen. Ich kann sie in jeder Lebenslage machen. Und andere Regulierungsübungen, die auch auf dieser Grundlage, auf dieser Basis aufgebaut sind, sind dafür geeignet, wenn man merkt, dass einem so die grundlegende Kraft irgendwie fehlt. Dann ist es natürlich auch ein Ausprobieren, was unterstützt mich, was ist in diesem Moment gut geeignet.
Das war ein kleiner Ausflug in die Regulationstechniken, die natürlich auch Bewegung sind. Also die Technik, die wir machen, sind Techniken, die Bewegung in sich tragen, Bewegung weitergeben, Bewegungsimpulse weitergeben.
Die Ki-Übungen, die ich anbiete, die achtsamen Bewegungen, die ähnlich dem Qigong dieser chinesischen Bewegungsmethode sind. Ki-Übungen kommen aus dem japanischen Raum, wurden dort mit Qigong und anderen Elementen aus der Bewegungskunst kombiniert. Und daraus entstand eben dieser Begriff und auch diese Methode der Ki-Übungen.
KI, Ki-Übungen, das kann man gerne verwechseln, weil Ki ist ja gerade im Sprachgebrauch sehr viel da. Aber Ki ist der japanische Ausdruck, das Gleiche wie im Chinesischen „Qi“. Also das Energetische, die Lebensenergie. Ja, Ki bedeutet ganz viel, auch Naturphänomene oder wie es einem gerade geht. Wie ist die innere Haltung? Wie ist das Wetter draußen? Das ist so ganz nett. Also das Wort „Ki“ beinhaltet ganz viel von dem, was Bewegung und Leben ausmacht.
In den Ki-Übungen stecken ganz viele Bewegungsimpulse drin, die in der Praxis, so wie wir sie praktizieren, uns achtsam in Bewegung hineinführen. Und auch immer den Raum geben, dass sich dort, wenn genügend Kapazität, genügend Sicherheit, genügend Raum gerade da ist, sich die Bewegung, die aus dir herauskommen möchte, dass die auch einen Ausdruck findet, durch einfache Ausdrucksformen.
Andere Bewegungsformen wäre natürlich Tanzen, auch Singen. Singen ist auch Bewegung, weil Singen ist wirklich die Aktivierung dieser ganzen Front, die wir hier haben. Und hier in dieser Front befindet sich ein ganz wichtiger Teil des parasympathischen Nervensystems, der Vagusnerv.
Eine Fortführung dieses Vagusnervs im Sinne von Differenzierung wurde durch Stephen Porges mit der Polyvagaltheorie gelegt. Der gesagt hat, es gibt hier einen ventralen Anteil. Es ist der Anteil, der im Bereich des Oberkörpers, über das Gesicht hier, über die Ohren, den Hals entlanggeht. Und der ist für Entspannung, für Verdauung zuständig.
Gleichzeitig über den zentralen Vagus haben wir noch die Qualitäten der Verbundenheit, der das Gefühl von Verbundenheit. Es ist unser soziales Kontaktsystem. Ihr seht, ich habe Mimik beim Sprechen, ich habe Mimik in den Augen, mein Hals bewegt sich, ich agiere mit den Händen vor meiner Brust, alles das deutet darauf hin, dass mein ventrales System aktiv ist.
Das ist wieder Bewegung, da ist Bewegung drin. Und der Unterschied wäre, würde keine Mimik mehr, also keine Bewegung mehr im Gesicht stattfinden, und ich so zu euch sprechen würde (im Video zeige ich ein unbewegtes Gesicht), oder sich fast nichts mehr in meinem Mund bewegen würde, keine Mimik, keine Interaktion mehr stattfinden, seht ihr, was das für ein Unterschied ist, wenn selbst die Augen keine Bewegung mehr beinhalten würden.
Gar nicht so einfach, das zu spielen, aber seht ihr, was sich jetzt entwickelt, wenn ich in die Bewegung hineinkomme? Bewegung ist wirklich sehr, sehr entscheidend für unser Gefühl von Verbundenheit. Und wenn wir Bewegung innen in uns spüren, dann wird das zum Beispiel deutlich durch, Emotionen und Gefühle.
Diese Ausdrucksformen, die sich dann zeigen, zum Beispiel durch Lachen, durch Lächeln, durch Tränen, durch Weinen, durch Atembewegungen, auch wenn wir unsere, und das, was wir im Inneren spüren, nach außen …, wenn ich mit den Händen spreche, dann drücke ich was aus. Ich bringe etwas, was ich im Inneren spüre, fühle, in den Ausdruck, mit meinen Händen, mit meinen Augen, mit meinem Mund, mit meinem Körper. Das, was im Inneren stattfindet, möchte auch ausgedrückt werden, ausgedrückt sein.
Wenn da zum Beispiel Emotionen und Gefühle in ihrer Ausdrucksform zurückgehalten werden und dort untertauchen, aus Sicherheitsgründen zum Beispiel, etwas, was auch das autonome Nervensystem in seiner Stressregulationkurve automatisch macht, denn es ist manchmal sehr, sehr viel sinnvoller in bestimmten Momenten nicht so viel zu fühlen, damit man funktionieren kann.
Also, das sind auch wertvolle Dinge. Also, wenn Bewegung, emotionale Bewegung, zurückgehalten wird, dann hat es auch seine Gründe. Und manchmal tun wir sie, willentlich zurückhalten, weil wir vielleicht Glaubenssätze in uns haben, die sagen: Hier ist es nicht schick zu weinen. Hier ist es nicht schick, laut zu lachen. Ja, und dann halten wir das zurück. Oder eigentlich sind wir wütend, und wir haben vielleicht irgendwann mal gelernt, dass Wut gar nicht so ’ne tolle Sache ist, und dann halten wir das zurück.
Und das Zurückhalten ist wieder wie so eine Bremse und gleichzeitig auf ein Gaspedal drückt, weil etwas in uns, will sich ausdrücken. So, dieses, was ich da ausdrücken möchte, wird seine Wege finden, dich darauf hinzuweisen, dass es da ist.
Mit Bewegungsformen, wie zum Beispiel den Ki-Übungen, mit den Regulierungstechniken, wie den S-O-S-Übungen, mit der somatischen Achtsamkeit, wo wir ganz bewusst mit unserer Aufmerksamkeit beobachten, was ist da, was zeigt sich da auf den verschiedenen somatischen Ebenen, was zeigt sich da an Bewegung, und ja, und das hilft uns dann wiederum, dass ich diese inneren Bewegungen, wie zum Beispiel emotionale und Gefühlsbewegungen, ausbreiten dürfen, lebendig werden können.
Denn Bewegung ist Leben, Leben ist Bewegung, und es ist ein Zeichen der Lebendigkeit, wenn in uns Bewegung ist und Bewegung durch uns ausgedrückt wird.
Das war ein Exkurs in das Thema Bewegung. Und es gibt noch reichlich darüber zu erzählen, und vielleicht hast du jetzt auch selbst Inspirationen und Impulse dafür bekommen. So, hoffe ich, dass dieses Thema der Bewegung ein bisschen einen Einklang in dir gefunden hat, und du vielleicht jetzt Ideen bekommst, wie du weiter darüber ja nachdenkst, in dich hineinspürst oder vielleicht auch in Aktion trittst.
Du kannst diese Folge auf meinem YouTube-Kanal sehen, du kannst sie hören auf meinem Spotify, Apple und alle anderen Podcastkanäle.
Ansonsten findest du mich bekannterweise auch auf Instagram und auf Facebook. Und ich hoffe, dass wir uns bei einem meiner Kurse wiedersehen, entweder mit den S-O-S-Übungen, mit Achtsamkeitskursen, Meditation oder mit den Ki-Übungen.
Im Mai startet der nächste elfwöchige Kurs mit den Ki-Übungen, ein Online-Kurs, der am 2. Mai beginnt und über elf Wochen läuft. Es gibt zwei Live-Calls pro Woche: ein Call am Donnerstagabend, bei dem wir praktische Übungen machen und uns austauschen, sowie ein Montagabend-Call, wo ich spezifische Fragen beantworte und weitere Anregungen gebe.
Ich wünsche dir einen wunderbaren Tag und sende herzliche Grüße. Bis zum nächsten Mal!


Diesen Beitrag öffentlich kommentieren.