S-O-S-Übungen und Nervensystemwissen
Die Selbstregulationsübungen für dein Nervensystem in dein tägliches Leben einzubauen, quasi als Routine, kann zu einem echten Game-Changer werden. Durch die Regelmäßigkeit setzt du klare Strukturen und transformierst dein Nervensystem mit der Zeit. Es wird flexibler und anpassungsfähiger. Das macht dich insgesamt resilienter.
Montagabends um 20 Uhr leite ich die S-O-S-Übungen online über Zoom an. Das Angebot ist kostenfrei.
Die S-O-S-Übungen sind Selbstregulierungstechniken für das Nervensystem und können zur emotionalen Ersten Hilfe und zur Stressbewältigung, aber auch als Präventionswerkzeug eingesetzt werden. Regelmäßig angewendet, verleiht es dem Nervensystem Flexibilität, was sich im Alltäglichen, wie in herausfordernden Situationen bezahlt macht.
Die Selbstregulierungstechniken wurden in einer bestimmten Reihenfolge zusammengestellt. Dieses wurde von Kati Bohnet vom Helpers Circle in Deutschland etabliert.
Sie werden auch in einem Bilderbuch „Die Reise des Schmetterlings“, für Kinder ab 3 Jahren illustriert.
Das sagt Kati Bohnet über die S-O-S-Übungen:
„S-O-S steht für somatisch-orientierte-Sicherheit und fördert das Gefühl von Sicherheit bei allen Menschen. Dies ist die Basis für Lernen, Wachstum und Heilung.“
Grundlage für die S-O-S-Übungen ist die von Dr. Peter Levine entwickelte Methode zur Bewältigung von Trauma – Somatic Experiencing®, die von Dr. Stephen Porges entwickelte und entdeckte Polyvagaltheorie sowie die von Gina Ross entwickelten EmotionAid-Übungen.
Das Nervensystem (NS)
Unser Nervensystem teilt sich in seinen Funktionen in verschiedene Bereiche auf. Da sind zu einem das zentrale Nervensystem (ZNS) und das periphere NS (PNS). Aus letzterem gehen das somatische NS (SNS) und das autonome/vegetative NS (ANS) hervor.
Dem autonomen NS (ANS) zugehörig sind das sympathische NS (SNS) und das parasympathische NS (PNS).
Das PNS teilt sich wiederum auf in den ventralen Vagusnerv (VVN) und den dorsalen Vagusnerv (DVN).
Beim Anwenden der Selbstregulationstechniken können wir indirekten Einfluss auf das ANS nehmen und dadurch eine Anpassung des ANS auf die neue Situation, die wir von außen vorgeben, hervorrufen. Ausschließlich Atemtechniken, haben direkten Einfluss auf das ANS.
Sie sind auch Teil der S-O-S-Übungen.
Hier ein kurzer Überblick über das Wirkungsfeld der einzelnen NS Anteile
- ZNS – Gehirn und Wirbelsäule
- SNS – Bewusste Steuerung möglich (Muskeln), Verbindungen zur Haut und Sinnesorganen (Empfindungen), Propriozeption (Bewegung und Orientierung)
- ANS – Funktioniert unbewusst und steuert lebenswichtige Funktionen wie z.B. Herzschlag, Blutdruck, Atmung, Stoffwechsel, Verdauung.
- SNS – Mobilisierung ohne Angst und Mobilisierung mit Angst – ist myelinisiert, somit schnell und präzise. Bei hoher Gefahr kann er sich vorschalten.
- PNS – Verlangsamt die Vitalfunktionen
- VVN – Soziales Kontaktsystem – ist der jüngste Anteil des ANS – ist myelinisiert, somit schnell und präzise
- DVN – Immobilisierung ohne Angst und Immobilisierung mit Angst – nicht myelinisiert, somit gröber und ungenauer. Bei hoher Gefahr kann er sich vorschalten und als Bremse (Erstarrungsreaktion) fungieren.


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