Eine weitere Version der Baumübung – mit Wasser
Also, heute noch einmal eine andere Version der Baumübung. Diesmal bewegen wir uns in eine Landschaft, in der wir uns wohlfühlen. Ich lade dich ein, dir Wasser vorzustellen – in der Form, die für dich passend ist. Vielleicht taucht spontan ein Bild auf. Vielleicht hilft dir die Vorstellung eines Sees, eines Flusses, eines Baches, eines Rinnsals oder eines Wasserfalls.
Spüre, wie du dich mit diesem Wasser verbindest – ob direkt im Kontakt oder als Beobachter*in von außen. Schau, was dir gut tut, was sich zeigt, und wie du in Kontakt treten kannst mit diesem Wasser.
Wasser – ein Urbestandteil von uns
Wasser ist der größte Bestandteil unseres Körpers. Und obwohl es so präsent ist, sind wir uns dessen oft nicht bewusst – außer wenn wir Durst haben oder eine Abkühlung brauchen. Dabei kommen wir selbst aus dem Wasser – dort ist das Leben entstanden.
Heute ist die Einladung, dich in dieses Element hineinzugeben. Zu schauen: In welcher Form möchtest du in Kontakt treten mit dem Wasser?
Vorbereitung: Übungen zur Regulation des Nervensystems
Wie immer beginnen wir mit einem Teil der S-O-S-Übungen, um unser Nervensystem vorzubereiten. In den letzten Tagen habe ich selbst regelmäßig, manchmal zweimal täglich, solche Übungen gemacht – besonders wegen der Hitze, die mich stark erschöpft. Danach wird es tatsächlich angenehmer, ich komme wieder etwas in die Kraft zurück.
Vielleicht kennst du das auch. Bei extremer Hitze helfen mir diese Regulationsübungen sehr.
Einstieg: In Kontakt mit dir selbst
Schau, ob du alles hast, was du brauchst. Wenn du magst, leg eine Hand auf dein Herz und komm erst einmal bei dir selbst an. Spüre den Kontakt. Vielleicht kommt ein Durchatmen, ein Innehalten.
Dann lade ich dich ein, auf einer inneren Stressskala von 1 bis 10 (1 = ganz entspannt, 10 = sehr gestresst) einzuordnen, wo du gerade stehst. Nimm diesen Wert einfach wahr, ohne zu bewerten.
Erste S-O-S-Übungen
Beginne mit der Schmetterlingsumarmung – überkreuze deine Arme, klopfe sanft im eigenen Rhythmus.
Dann mach eine kleine Pause. Nimm eine Hand unter die Achsel, greif dich mit der anderen so, dass du dich gehalten fühlst. Bleib in dieser Umarmung, solange es dir gut tut.
Als Nächstes lade ich dich ein, den Kopf langsam von einer Seite zur anderen Seite zu bewegen, den Raum wahrzunehmen. Du kannst Dinge zählen, die du siehst, oder einfach alles betrachten wie ein Gemälde.
Dann wieder eine kleine Pause.
Weitere Übungen zur Regulation
Atme aus – so lange, wie es dir gut tut. Vielleicht zwei- bis dreimal, gerne mit einem tiefen Einatmen davor. Vielleicht kommt dabei auch ein Gähnen. Wieder Pause.
Nun lade ich dich ein, die Ohren zu massieren – von oben nach unten oder umgekehrt. Wenn dir das unangenehm ist, massiere stattdessen deine Hände. Wer bei den Ohren bleibt, darf auch sanft daran ziehen. Das aktiviert den Vagusnerv über das Mittelohr.
Dann komm langsam wieder aus der Übung heraus.
Vorbereitung auf die Meditation
Für die nächsten ca. 20 Minuten: Schau, ob du alles hast. Vielleicht möchtest du dich hinlegen, einen Schluck Wasser, Tee oder Kaffee trinken.
Wie immer: Sorge gut für dich während der Meditation. Wenn du Bewegungsimpulse spürst, folge ihnen. Augen öffnen oder schließen – alles ist dir freigestellt. Bei innerer Unruhe kann es gut tun, aufzustehen oder ein paar Schritte zu gehen. Du entscheidest, ob du weiter eintauchst oder die Meditation heute beendest.
Die Wasserreise beginnt
Stell dir eine Landschaft vor, in der du dich wohlfühlst – real oder erfunden. In dieser Landschaft gibt es Wasser: einen See, einen Bach, ein Rinnsal, einen Wasserfall … Was zeigt sich dir?
Du wirst von diesem Wasser magisch angezogen. Du möchtest dort hingehen. Vielleicht gehst du zu Fuß, vielleicht mit dem Fahrrad oder anders – alles ist möglich.
Wenn du beim Wasser angekommen bist, tritt mit ihm in Kontakt. Schau es an, berühre es vielleicht. Lass deine Hand oder deine Füße durch das Wasser gleiten. Vielleicht schöpfst du es mit den Händen, lässt es über Gesicht oder Körper fließen.
Wahrnehmung mit allen Sinnen
Spüre, wie sich das Wasser anfühlt. Hat es eine bestimmte Temperatur? Einen Geruch? Was nimmst du wahr?
Was ist um das Wasser herum? Gibt es Wasserpflanzen? Tiere? Felsen?
Beobachte, wie das Wasser fließt, wie der Wasserfall auftrifft und sprudelt, vielleicht sogar Blasen bildet. Nimm dir ein paar Sekunden Stille, um das alles einfach wahrzunehmen – ganz ohne Bewertung.
Eins werden mit dem Wasser
Nun kannst du entscheiden, ob du eins werden möchtest mit dem Wasser. Oder ob du dir nur vorstellst, wie es wäre.
Wenn du eintauchen möchtest, stell dir vor, wie deine Füße oder Arme eintauchen – vielleicht dein ganzer Körper. Schließe die inneren Augen und spüre: Wie ist es, Wasser zu sein? Flexibel, fließend, stehend?
Spüre Temperatur, Beweglichkeit, Strömung. Vielleicht nimmst du nur einen Aspekt wahr – das ist vollkommen okay.
Verbindung mit dem großen Ganzen
Wenn du fließendes Wasser bist, stell dir vor, wie du in die Welt hinaus fließt und dich mit dem Ozean verbindest.
Wenn du ein See bist, spüre, wie du Pflanzen und Tiere mit deiner Gegenwart nährst.
Wenn du ein Wasserfall bist, erfahre, wie es ist, in deiner Kraft hinabzustürzen und dich wieder mit dem Wasser zu vereinen.
Oder bleib einfach Beobachter*in – auch das ist okay.
Der Weg zum Ozean
Stell dir vor, wie das Wasser, das du bist, Teil eines Kreislaufs wird. Ob Bach, See oder Rinnsal – alles Wasser fließt irgendwann in den großen Ozean.
Auf dem Weg dorthin wirst du genährt: von der Sonne, von Wasserpflanzen, vom Leben selbst – und du gibst auch weiter.
Spüre diesen Austausch – das Empfangen und Weitergeben.
Rückkehr ins Hier und Jetzt
Löse dich langsam von der Vorstellung, Wasser zu sein. Bedanke dich, wenn du magst, für die Unterstützung des Wassers. Nimm dir Zeit, je nachdem wie tief du eingetaucht bist.
Reibe dann die Handflächen aneinander, nimm die Geräusche im Außen wahr. Streiche mit den Händen über Gesicht, Hals, Nacken. Öffne langsam die Augen, wenn du sie geschlossen hattest. Streiche über Arme und Beine – komm ganz in deinem Körper an.
Spüre den Boden unter deinen Füßen, deine Sitz- oder Liegefläche, den Raum um dich herum.
Willkommen zurück.


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